Lass Dich nicht ständig von anderen überreden

Lass Dich nicht ständig von anderen überreden

Vielleicht lobt Dein Partner oder Deine Partnerin Deine unglaublichen Kochkünste und behauptet, es einfach nicht so gut zu können wie Du. Und schon planst Du am Wochenende Dein nächstes Menü, obwohl Du Dich auch gerne bekochen lassen würdest und eine anstrengende Arbeitswoche hinter Dir hast. Oder Dein Arbeitskollege bittet Dich um Mithilfe bei einer Aufgabe und schon übernimmst Du ohne Zögern den ganzen Vortrag.

Warum übernehmen wir diese ungeliebten Aufgaben eigentlich, obwohl wir uns anschließend über uns selbst ärgern? Dazu muss Dir bewusst sein, dass Manipulationen natürlich meist egoistischer Natur sind. Der/die Gegenüber möchte die anstehende Aufgabe aus unterschiedlichen Gründen nicht übernehmen. Der Grund kann natürlich aus wirklicher Überforderung oder einfach Faulheit bestehen. Aber anstatt uns mit dem wahren Grund um Mithilfe zu bitten, nutzen unsere Mitmenschen gerne fiese Manipulationen, um uns zu überreden.

Du wirst mit Freundlichkeit und Lob überredet

Gerade wenn unser Gegenüber sehr freundlich ist und uns lobt, lassen wir uns schnell zu Dingen überreden, die uns eigentlich widerstreben oder für die wir eigentlich keine Zeit haben. Aber wie können wir uns aus der Freundlichkeitsfalle befreien? Mache einen Schritt zurück und versuche nicht auf jede Frage sofort zu antworten. Nimm Dir bewusst Zeit, um zu überlegen, ob Du diese Aufgaben wirklich übernehmen möchtest und wenn ja, aus welchen Gründen. Du kannst um Bedenkzeit bitten, denn niemand kann von Dir erwarten, sofort eine Entscheidung zu treffen. Wenn Du Dich anschließend dafür entscheidest zu helfen, wird Dein Gegenüber um so dankbarer sein. Und wenn Du es ablehnst, hast Du Dir bereits Gründe dafür überlegt und bist nicht mehr unvorbereitet. Ich habe oft gemerkt, dass mir die Überlegenszeit sehr guttut, ich anschließend viel selbstbewusster agieren kann und mich sogar traue, Bedingungen zu formulieren.

Dein Gegenüber ignoriert Deine Argumente

Es kommt immer wieder vor, dass Arbeitskolleg:innen oder Partner:innen von Ihrer eigenen Meinung so überzeugt sind, dass sie unsere Ansichten völlig übergehen. Meist hören sie gar nicht richtig zu und gehen auch nicht auf uns ein, sondern wiederholen mantraartig ihre Überzeugung. Sie wollen uns dann durch diese Wiederholungen manipulieren, sodass wir schon aus Frustration zustimmen. Da hilft es nur, den Gesprächspartner offen darauf anzusprechen. Das braucht natürlich Courage, denn wir wissen nicht, wie unser Gegenüber darauf reagiert. Trotzdem schafft es uns die Möglichkeit aus den Wiederholungen herauszukommen und gehört zu werden. Sprich es freundlich an, dass Du den Eindruck hast, Dein Gesprächspartner hört nicht, was Du sagst. Am besten überlegst Du genau, zu welchen Kompromissen Du bereit bist, denn wenn Du etwas entgegenkommst, ist es für Deinen Kollegen auch leichter ohne Gesichtsverlust auf Deine Argumente einzugehen.

Und ein Tipp für alle Auseinandersetzungen: Generalisiere nicht und sprich in Ich-Form! Auf Sätze wie „das machst Du immer“ oder „Immer unterbrichst Du mich“ reagiert jeder empfindlich. Aber Sätze wie „Ich habe das Gefühl, Du hörst mir gerade nicht zu“ oder „Ich glaube, dass wir gerade nicht weiter kommen“ können das Eis brechen, denn sie zielen auf eine bestimmte Situation und zeigen, dass Du Deinen subjektiven Eindruck darstellst. Dein Gegenüber kann dann Dein Gefühl nicht infrage stellen. Er kann nur sein eigenes Empfinden gegenüber stellen und schon habt Ihr eine Gesprächsgrundlage.

Überlege Dir doch einmal, auf welche Manipulationsversuche Du am leichtesten hereinfällst und bereite Dich auf den nächsten Versuch vor, indem Du Dir Standardsätze formulierst. Ich bin zum Beispiel sehr hilfsbereit und stimme schnell zu, wenn mich jemand um Hilfe bittet. Deshalb habe ich mir für solch eine Anfrage folgenden Satz überlegt: „Danke, dass Du mich fragst. Ich möchte erst einmal in meinen Kalender schauen, ob ich die Zeit dazu einschieben kann, ich habe gerade viele Termine.“ Es ist überraschend leicht, den Versuchungen zu widerstehen, immer zuzustimmen, wenn wir uns Sätze vorformulieren. Denn die wenigstens von uns sind schlagfertig.

Schreibe mir gerne in die Kommentare, welchen Überredungskünsten Du schwer widerstehen kannst, ich freue mich auf Deine Mail.

Eure Angela

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